Foto: L.G.foto / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Der Holzschnitt (kolorierte AI Fassung) zeigt Öland, mit dem südlichen Teil der Insel links und dem nördlichen Teil rechts. Der Aufbau der Insel aus Kalksteinschichten ist deutlich zu erkennen. Die Burg auf Öland ist Schloss Borgholm. Das Festland stellt einen Teil Smålands dar. Die beiden Armbrüste verweisen auf das Wappen Smålands, das einen Löwen mit einer Armbrust zeigt. Die Burgen auf dem Festland sind Kalmar links und Stäkeholm rechts. Der gekrönte Felsen stellt Blå Jungfrun dar, wo sich dem Volksglauben nach Hexen mit dem Teufel trafen.

Aus Olaus Magnus’ Geschichte der nordischen Völker, 1555.

BLÅ JUNGFRUN – EINE INSEL VOLLER GESCHICHTEN

Mitten im Kalmarsund, zwischen Nordöland und der Küste Smålands, erhebt sich Blå Jungfrun aus dem Meer. Seit Jahrhunderten regt die markante Insel die Neugier und Fantasie der Menschen an. Hier treffen Sagen um den Hexentreffpunkt Blåkulla auf Spuren des Granitabbaus und eine Natur, die seit 1926 als Nationalpark geschützt ist

Von der Eiszeit geformt

Das Inlandeis schliff den Granit der Insel ab und verlieh Blå Jungfrun ihre abgerundete Form. An anderen Stellen brach das Eis große Felsblöcke heraus und hinterließ tiefe Spalten und Schluchten. Die Felsen und das unwegsame Gelände prägen das eindrucksvolle Landschaftsbild.

Blåkulla und die Angst der Seefahrer

Blå Jungfrun wird seit Langem mit Blåkulla in Verbindung gebracht – dem Ort, zu dem die Hexen nach schwedischem Volksglauben flogen, um den Teufel zu treffen. Bereits 1555 berichtete Olaus Magnus, dass Seefahrer den Namen Blåkulla in der Nähe der Insel nicht auszusprechen wagten. Sie glaubten, damit einen heftigen Sturm heraufzubeschwören, und nannten die Insel stattdessen „Jungfrun“ – „die Jungfrau“.

Eine weitere hartnäckige Sage besagt, dass jeder, der einen Stein von der Insel mitnimmt, so lange vom Pech verfolgt wird, bis der Stein zurückgebracht wird.

Linnés Besuch und das rätselhafte Labyrinth

Der schwedische Naturforscher Carl von Linné besuchte Blå Jungfrun 1741 und beschrieb die Natur und das raue Gelände der Insel. Er erwähnte auch als Erster das Steinlabyrinth Trojeborg in einer schriftlichen Beschreibung. Es befindet sich noch heute auf der Südseite der Insel. Niemand weiß mit Sicherheit, wer das Labyrinth angelegt hat, wann es entstand oder welchem Zweck es diente. Ähnliche Labyrinthe gibt es auch an anderen Küstenorten. Sie werden unter anderem mit Ritualen für guten Fischfang und eine sichere Heimkehr in Verbindung gebracht.

Der Granit, der die Insel bedrohte

1904 wurde das Recht zum Granitabbau auf Blå Jungfrun vergeben. Der schöne hellrote Stein wurde unter dem Namen „Virgo“ verkauft und vor allem nach Deutschland exportiert. Der Steinabbau veränderte die Insel und löste Proteste aus. Dank einer Spende des Unternehmers Torsten Kreuger im Jahr 1925 konnte die Insel gekauft und dem schwedischen Staat übergeben werden. Im folgenden Jahr wurde Blå Jungfrun zum Nationalpark erklärt. Die Spuren der Steinbrüche sind noch heute sichtbar.

Ein Ausflug von Byxelkrok

Im Sommer werden Bootsfahrten von Byxelkrok nach Blå Jungfrun angeboten. Besucher können zwischen Felsen und durch Laubwald wandern, das Labyrinth entdecken und die sagenumwobene Insel aus nächster Nähe erleben. Informationen zu Bootsfahrten und aktuellen Abfahrtszeiten finden Sie auf unserer Seite zur Bootsverbindung nach Blå Jungfrun.

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