ÖLANDSBLADET – BÖDA, 12. AUGUST 1872
Am vergangenen Samstag, dem 10. dieses Monats, unternahm der Dampfer „Ivar Blå“ eine Probefahrt nach „Byxelkrok“ vor dem Dorf Torp und traf dort um sieben Uhr morgens ein. Er blieb etwa eine Stunde, während die Passagiere an Bord gingen. Da es noch keinen Landungssteg gab, mussten sie mit kleinen Booten zum Dampfer gebracht werden. Anschließend fuhr das Schiff mit 56 Personen, alle aus Böda, in zwei Stunden nach Oskarshamn. Nach einem vierstündigen Aufenthalt kehrte es nach Byxelkrok zurück, wo wir gegen sechs Uhr abends an Land gingen. Danach fuhr „Ivar Blå“ wieder nach Oskarshamn.
Während dieser Fahrt wurde mit dem Kapitän des Dampfers, dem entgegenkommenden Kapitän Lindvall, vereinbart, dass er während des restlichen Sommers jeden zweiten Samstag eine solche Tagesfahrt zwischen Oskarshamn und Böda unternehmen würde, sofern das Wetter es zuließ.
Das bereits erwähnte „Byxelkrok“ ist von Natur aus so beschaffen, dass es im Vergleich mit anderen Orten, an denen Häfen gebaut werden, zum vorzüglichsten Hafen Ölands werden könnte – Grankullavik ausgenommen –, wenn man dort 10.000 bis 12.000 Riksdaler investieren könnte.
Drei Felsriffe, darunter eines von Norden und eines von Süden, kommen einander so nahe, dass zwischen ihnen eine geeignete und bequeme Hafeneinfahrt bleibt. Diese vom Land ausgehenden Riffe liegen nur zwei bis zweieinhalb Fuß unter der Wasseroberfläche. Sie umschließen im Halbkreis ein geräumiges Hafenbecken, in dem mehr als 50 größere Schiffe gleichzeitig liegen könnten. Innerhalb der Riffe beträgt die Wassertiefe 20, 25 bis 30 Fuß, bei ausgezeichnetem Ankergrund. Hier könnte ein Hafen ersten Ranges entstehen, der nicht nur der Gegend nützen, sondern auch sturmgeplagten Seeleuten im Herbst eine willkommene Zuflucht in der engen Meerenge bieten würde.
Bereits vor einigen Jahren wurde Byxelkrok in dieser Zeitung als nützlicher und notwendiger Anlaufpunkt erwähnt, besonders im Winter. Dies wäre vor allem dann von Bedeutung, wenn sich der vernünftige Gedanke verwirklichen ließe, die Post im Winter zwischen Visby und Oskarshamn zu befördern.
Da die wirtschaftliche Entwicklung und der Fortschritt einer Gegend von guten Verkehrsverbindungen mit benachbarten Orten abhängen, besteht hier der allgemeine Wunsch nach einem guten Hafen in Byxelkrok. Die Natur selbst hat dort bereits eine sichere Grundlage für Wellenbrecher geschaffen. Da das Vorhaben unsere eigenen finanziellen Möglichkeiten übersteigt, beabsichtigen wir, uns mit der Bitte um einen Zuschuss an den Provinziallandtag in Kalmar zu wenden.
Wenn man bedenkt, dass wir stets zu den Abgaben für Vorhaben zum Nutzen anderer beigetragen haben, ohne dass für unsere Gegend bisher kleinere oder größere Beträge für gemeinnützige Vorhaben beantragt oder gewährt wurden, werden die Verantwortlichen es vielleicht nicht für unangemessen halten, uns nun eine helfende Hand zu reichen. Schließlich geht es dabei nicht ausschließlich um unsere eigenen Interessen.
Auch Orte im Norden und Süden der Provinz hätten einen mittelbaren Nutzen davon. Unsere Erzeugnisse ließen sich leichter verkaufen, wenn ein guter Landungssteg vorhanden wäre. Dies gilt besonders für den vorzüglichen Roggen Ölands, der fast ausschließlich in Högby und Böda angebaut wird. Außerdem wäre damit zu rechnen, dass kleinere Dampfer nicht nur aus Oskarshamn, sondern auch aus anderen nahe gelegenen Städten hier anlaufen würden.
Mögen daher alle nützlichen Vorhaben Glück und Erfolg haben!
P. S. Auf Vorschlag von Kapitän Lindvall wurde während der Nachmittagsfahrt von Oskarshamn nach Öland an Bord der „Ivar Blå“ eine Spendenliste herumgereicht. Noch an Ort und Stelle wurden 275 Riksdaler Riksmynt für den geplanten Hafenbau zugesagt.
Spätere Erläuterung: Für einen einfachen Arbeiter oder Knecht in Böda entsprachen 275 Riksdaler im Jahr 1872 mehreren Monatslöhnen, mitunter bis zu einem halben Jahreslohn vor Abzügen. Es war also ein sehr großzügiger erster Beitrag zum künftigen Hafen von Byxelkrok!