DIE FÄHRE m/s GUNILLA (1958–1960)

Am 19. Dezember 1940 wurde das Motorschiff Gunilla an ihren Eigentümer, die Reederei AB Tellus, zu einer Probefahrt in Richtung Blå Jungfrun in Dienst gestellt. Die Seetests zeigten, dass das Schiff eine Geschwindigkeit von über neun Knoten erreichte. Auch die Segeleigenschaften wurden getestet, allerdings war der Wind zu schwach, um die Segelleistung zu beurteilen. Die Baukosten für die Gunilla betrugen 135.000 SEK. Das Schiff wurde überwiegend als Frachtschiff eingesetzt und transportierte vor allem Kalkstein von Gotland.

1958 übernahm die Gunilla eine neue Aufgabe. In jenem Jahr nahm die Gunilla den Passagierverkehr zwischen Oskarshamn und Byxelkrok auf und ersetzte damit den Dampfer Solö, der zuvor die Strecke bediente. Die Jungfernfahrt fand am 4. Juni 1958 statt und wurde mit großem Aufwand gefeiert, unter anderem mit einem Orchester an Bord.

Im ersten Jahr wurden 13.964 Passagiere und 2.533 Fahrzeuge befördert. Die Kapazität betrug 349 Passagiere und 26 Fahrzeuge. Das Anlegen im Hafen von Byxelkrok erwies sich als schwierig, da das Festmachen am Kai für die Gunilla nicht einfach war.

Nach dem Sommer 1960 kehrte die Gunilla zum Frachtschiffbetrieb zurück. Dies blieb bis 1999 so, als das Schiff komplett zum Segelschiff mit 1.200 Quadratmetern Segelfläche umgebaut wurde. Heute ist die Gunilla ein bekanntes Schulschiff, auf dem Schülerinnen und Schüler der Seefahrtsschule in Öckerö theoretischen Unterricht mit praktischer Seemannsausbildung an Bord verbinden.